Kompression

Kompression wird in der Medizin schon seit Jahrhunderten angewendet. Früher standen jedoch keine Kompressionsstrümpfe zur Verfügung, Bandagen wurden eingesetzt. Unten finden Sie eine Übersicht aller Artikel zum Thema Kompression:

Kompressionshosen beim Sport

Ursprünglich wurde die Kompressionstherapie für medizinische Zwecke entwickelt. Schnell haben Sportler aber bemerkt, dass auch sie von Kompression profitieren können. Erste Hersteller haben den Trend vor etwa 10 Jahren aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt ist viel passiert im Bereich Sportkompression. Neben Kniestrümpfen sind heute auch Kompressionshosen, kurze Socken, Shirts und Armstulpen erhältlich. Hier erfahren Sie mehr über den Sinn von Kompressionshosen. Ausserdem stellen wir Ihnen die neuesten CEP Hosen vor.

Wirkungsweise

  • Bessere Durchblutung: Kompression beschleunigt den Blutfluss und begünstigt so die Versorgung der Muskulatur. Laktate werden schneller abtransportiert. Die grossen Muskelgruppen können besonders davon profitieren.
  • Muskelstabilisierung: Bei jeder Bewegung gerät die Muskulatur in Schwingung, was zu Mikroverletzungen der Muskelfasern führt. Kompression stabilisiert die Muskulatur und beugt Verletzungen vor.
  • Länger leistungsfähig: Wird die Muskulatur mit Kompression unterstützt, tritt der Leistungsabfall später ein.
  • Weniger Muskelkater: Wer während dem Sport und idealerweise auch danach Kompressionshosen trägt, hat weniger Muskelkater und ist schneller wieder voll leistungsfähig.
  • Geringeres Verletzungsrisiko: Kompression regt die Lagewahrnehmung (Propriozeption) an, was die Kontrolle über die Bewegungsabläufe verbessert und das Verletzungsrisiko senkt.
  • Keine geschwollenen Füsse: Gerade Langstreckenläufer haben häufig geschwollene Füsse. Kompressionssocken helfen diese Schwellungen vorzubeugen.

Wer braucht Kompression im Sport?

Kompressionshosen eignen sich für fast jeden Sportler und jede Sportlerin. Profitieren können sowohl top Athleten, als auch Anfänger. Kompressionshosen helfen, sich beim Sport besser und sicherer zu fühlen. Dank beschleunigter Regeneration kann intensiver trainiert werden, damit man persönliche Ziele schneller erreicht, egal ob das eine Verbesserung der Grundfitness ist oder das Gewinnen eines Marathons.

Kompressionshosen fü Sportler

Die neuen CEP Kompressionshosen

CEP bietet Kompressionshosen für jeden Geschmack und jede Anwendung. Das Wirkprinzip ist bei allen Modellen das gleiche, der Komfort und das Design aber auf verschiedene Sportarten abgestimmt.

CEP Run 2.0

Die Laufhosen bieten eine kräftige Kompression für beste Wirksamkeit. Bei der langen und der ¾ Hose sorgen hochelastische Mesh-Einsätze im Kniebereich für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Ein weiches Leibteil bietet angenehmen Komfort.

Erhältlich als Shorts, ¾ Tights und Tights

CEP Performance

Dank hochelastischem Material eignen sich die Performance Kompressionshosen nicht nur für Läufer, sondern auch fürs Fitness- und Krafttraining, Yoga und andere Sportarten. In den seitlichen Taschen können kleinere Gegenstände wie Energieriegel oder Schlüssel sicher und körpernah mitgeführt werden.

Erhältlich als Shorts und Tights.

CEP Active+ Base Shorts

Die Base Shorts wird ganz unauffällig unter der normalen Sportkleidung getragen. Der breite, flache Abschlussbund sorgt für komfortablen Halt. Als zweite Schicht eignen sich beispielsweise die CEP Loose Shorts.

Recovery Pro Tights

Die Recovery Pro Tights sind speziell für die Erholungsphase entwickelt worden. Sie bieten ein weiches Tragegefühl und eine wirkungsvolle Kompression. Im Alltag lassen sich die Recovery Kompressionshosen problemlos unter der Kleidung tragen.

Entdecken Sie alle CEP Hosen und die schweizweit grösste Auswahl an Kompressionshosen im Shop.

Die chronische venöse Insuffizienz

Die chronische venöse Insuffizienz (CVI) ist weit verbreitet. Dennoch wird sie oft als harmlos angesehen. Unbehandelt kann es jedoch zu schweren Komplikationen, nämlich dem Ulcus cruris venosum, kommen. Die gute Nachricht für Betroffene ist, dass sich das „offene Bein“ mit der richtigen Behandlung in den meisten Fällen vorbeugen lässt.

Chronisch Venöse Insuffizienz

Die Stadien der CVI nach CEAP-Klassifikation. Quelle: Urgo medical

Ursache

Auslöser der CVI ist fast immer eine Krampfadernerkrankung die lange unbehandelt bleibt, oder eine tiefe Venenthrombose. Bei beiden werden Venenklappen geschädigt, was zu einem Druckanstieg in den Gefässen führt. Der Druck belastet auch die feinen Venenkapillaren und führt zu Veränderungen in deren Membran. Die Durchlässigkeit wird erhöht, was unter anderem für Symptome wie Schwellungen und Einlagerungen verantwortlich ist.

Gewisse Risikofaktoren sind ebenfalls an der Entstehung der CVI beteiligt. So scheint es eine vererbte Disposition zu geben. Ausserdem sind Frauen, insbesondere solche mit mehreren Schwangerschaften häufiger betroffen. Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Symptome

Die CVI wird in drei Stadien eingeteilt (nach Widmer), die an folgenden Symptomen zu unterscheiden sind:

  • Stadium I (ICD 187.20): Schwellung (Ödem) die meist im tagesverlauf zunimmt und beim Abliegen wieder abklingt, Corona phlebectatica (blaue Gefässe im Knöchelbereich).
  • Stadium II (ICD 187.20): Durch Einlagerung von Eisen, Fetten und Proteinen kommt es zu Hautveränderungen wie Ekzemen, Dermatosklerose, Verfärbungen und Narbenherden (Atrophie blanche).
  • Stadium III (ICD 187.21): offenes Bein (Ulcus cruris venosum ICD 183.0/.2) und abgeheiltes offenes Bein.

Weiter können unabhängig von Stadium Beschwerden wie Schwellungs- und Spannungsgefühle, Schmerzen, Juckreiz, schwere Beine und nächtliche Krämpfe auftreten.

Diagnose

Die Diagnose der CVI muss vom Arzt gestellt werden, der Spezialarzt für Venenleiden ist der Phlebologe. Er kann die chronische venöse Insuffizienz durch einige schmerzlose, einfache Untersuchungen diagnostizieren. Das Betrachten der Hautveränderungen und Schwellungen gibt erste Hinweise auf die Erkrankung. In einer Dopplersonografie (Ultraschall) wird die Fliessgeschwindigkeit des Blutes dargestellt.

Komplikationen

Die CVI schreitet unbehandelt immer weiter fort. Um Beschwerden zu lindern und die Entstehung von Ulzerationen (offenes Bein) vorzubeugen, ist es deshalb notwendig möglichst frühzeitig mit der Therapie zu beginnen.

Therapie

Die zwei wichtigsten Pfeiler in der Behandlung der CVI sind die Kompressionstherapie und die Anpassung des Lebensstils. Betroffene sollten versuchen das Normalgewicht zu erreichen, sich gesund zu ernähren und vor allem, sich täglich zu bewegen.

Die Kompressionstherapie

Der erhöhte Druck in den Venen kann am besten mit einem Gegendruck von aussen behandelt werden. Kompressionsstrümpfe sind hier eine einfache und effektive Lösung. Sie versorgen das Bein mit einer genormten Kompression die einen vordefinierten Verlauf aufweist. Am höchsten ist der Druck im Fesselbereich, gegen oben hin nimmt er ab. Das unterstützt den Blutfluss in Richtung Herzen. Weiter wirken Kompressionsstrümpfe abschwellend und reduzieren die Filtration von Flüssigkeit ins Interstitium. Das Fortschreiten der Erkrankung kann gebremst werden.

Dank tausenden verschiedenen Modellen in unterschiedlichen Längenvarianten, Farben und Gestrickqualitäten lässt sich für jeden Betroffenen den richtigen Strumpf finden.

Tipp: Oft bieten online Strumpfshops eine grössere Vielfalt als lokale Geschäfte.

Ergänzend zur täglichen Therapie mit Kompressionsstrümpfen, hat sich die apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK) bewährt. Sie verbessert die Mikrozirkulation der Haut, drängt Schwellungen effektiv zurück, lindert Schmerzen und Spannungsgefühle. Dank modernen Geräten für den Privatgebrauch (z.B. VASOprime wave 4) kann diese effektive Therapiemethode selbständig zu Hause angewendet werden.

Vergütung durch die Krankenkasse

Jährlich werden von der obligatorischen Krankenversicherung folgende Produkte vergütet:

  • 2 Paar Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 oder höher
  • 1 Ulcus-Set pro Bein mit floridem Ulcus cruris venosum
  • 6 Monate Miete eines AIK-Geräts, danach neues Rezept erforderlich
    Achtung: Die Vergütung eines Produkts schliesst die Vergütung eines anderen nicht aus.

Venenoperation

Die operative Ausschaltung von beschädigten Venen verbessert die Durchblutungssituation und reduziert den Druck auf die Venenkapillaren. Ob eine Operation im einzelnen Fall sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell mit dem Arzt besprochen werden.

Ergänzende Massnahmen

Neben der Kompressionstherapie sollten CVI-Patienten auf eine gute Hautpflege achten. Bei Bewegungseinschränkungen im Sprunggelenk kann ausserdem Physiotherapie sinnvoll sein. Dort erlernen Betroffene verschiedene Bewegungsübungen, die sie später selbständig zu Hause durchführen können. Weiter stehen gewisse Medikamente zur Verfügung. Bei CVI Stadium III mit floridem Ulcus ist ausserdem eine lokale Wundtherapie notwendig.

Alternative Anwendung der AIK

Die apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK) ist bekannt für die Behandlung von venösen und lymphatischen Erkrankungen. Die kostengünstige, angenehme Therapieform hat aber noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, die weniger bekannt, aber ebenfalls wissenschaftlich belegt sind. Erfahren Sie mehr über die AIK und ihre Anwendungsmöglichkeiten.


Zusammenfassung

Die apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK) wird zur Behandlung von Lymphödemen und venösen Erkrankungen eingesetzt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die AIK auch bei andern Erkrankungen wirksam ist. Sie bietet folgende Möglichkeiten:

  • Linderung der Beschwerden bei Restless Leg Syndrom, bis hin zur Beschwerdefreiheit
  • Unterstützende Wirkung bei der Behandlung des Morbus Sudeck
  • Verlängerung der Gehstrecke bei Schaufensterkrankheit
  • Schnellere Erholung nach dem Sport

Apparative intermittierende Kompression

Die AIK ist eine Therapie die mit einem dafür vorgesehenen Kompressionsgerät und einer dazugehörigen Manschette durchgeführt wird. Die Manschette wird um Arm oder Bein gelegt und am Kompressionsgerät angeschlossen. Das Gerät pumpt die Manschette auf und lässt den Druck nach einigen Sekunden wieder entweichen. Idealerweise verfügt die Manschette über mehrere Kammern, die nacheinander aufgepumpt werden, um eine zur Körpermitte hin verlaufende Kompression zu erreichen.

AIK Geräte werden von verschiedenen Marken und in verschiedenen Ausführungen angeboten. Sehr komplexe Geräte mit sehr vielen Kammern und Einstellungsmöglichkeiten sind für die Anwendungen in Lymphkliniken entwickelt worden. Dank modernen Geräten, die einfach zu bedienen sind und etwas weniger komplexe Manschetten aufweisen (=leichteres Gewicht, weniger Schläuche), kann die Kompressionstherapie neu auch zu Hause durchgeführt werden. Eines der meistverkauften Produkte zurzeit ist das VASOprime wave 4, das sich durch seine Bedienerfreundlichkeit auszeichnet.

Weniger bekannte Anwendungsmöglichkeiten

Die apparative intermittierende Kompressionstherapie wirkt sich nachweislich auf den Blutfluss und den Transport von Flüssigkeit im Gewebe. Wie bei vielen Therapien ist die Wirkungsweise aber noch nicht bis ins letzte Detail erforscht und es werden immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten entdeckt. Einige dieser weniger bekannten Indikationen möchten wir Ihnen kurz vorstellen.

Restless Leg Syndrom

Unruhige Beine plagen ca.1% der Bevölkerung. Missempfindungen in den Beinen führen zu einem Bewegungsdrang, sobald die Beine ruhig gehalten werden. Die Beschwerden nehmen deshalb beim Abliegen am Abend zu und zwingen die Betroffenen wieder aufzustehen. Viele Patienten wandern deshalb die halbe Nacht in der Wohnung umher, obwohl sie eigentlich müde sind und schlafen möchten. Das führt zu Schlafstörungen, welche sich wiederum auf das Wohlbefinden der Betroffenen auswirken. Müdigkeit, Schläfrigkeit, eingeschränkte soziale Funktion bis hin zu Depressionen sind häufige Begleiterscheinungen des Restless Leg Syndroms (RLS).

Wirkung der AIK: Eine wissenschaftliche Studie(1) konnte belegen, dass AIK die Beschwerden des Restless Leg Syndroms lindert. Bei 1/3 der Patienten verschwinden die Symptome sogar vollständig.

Morbus Sudeck

Der Morbus Sudeck entsteht in Folge eines Traumas, wobei dieses mehrere Wochen zurückliegen kann, sodass sich der Patient unter Umständen gar nicht mehr daran erinnert. Brennende Schmerzen, Schwellungen und Wärmegefühl sind nur einige Symptome. Unbehandelt führt Morbus Sudeck zu Veränderungen des Gewebes und Versteifung der Gelenke.

Wirkung der AIK: Neben verschiedenen Medikamenten gehört die Physiotherapie und Lymphdrainage ins Behandlungskonzept bei Morbus Sudeck. Da AIK Geräte die entstauende Wirkung einer Lymphdrainage jederzeit und kostengünstig bieten können, sind sie eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Therapie. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel AIK gegen Schmerzen.

Sprechen Sie Änderungen im verordneten Therapiekonzept immer mit dem behandelnden Arzt ab.

Schaufensterkrankheit

Die Muskeln brauchen Sauerstoff um Bewegungen ausführen zu können, dieser wird von den Arterien ins Gewebe transportiert. Bei der Schaufensterkrankheit ist die arterielle Durchblutung gestört (periphere arterielle Verschlusskrankheit paVK), sodass nach einer kurzen Gehstrecke Schmerzen auftreten. Nach einer kurzen Pause, z.B. während dem Betrachten eines Schaufensters, verschwinden die Schmerzen und man kann weitergehen.

Wirkung der AIK: Viele Ärzte fürchten sich davor, bei einer schlechten arteriellen Durchblutung Kompression anzuordnen. Diese Haltung ändert sich allmählich, weil verschiedene Studien die Wirksamkeit von apparativer intermittierender Kompression bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit belegen. So konnten in einer Untersuchung(2) die Gehstrecke und Lebensqualität bei Patienten mit Schaufensterkrankheit durch die Anwendung von AIK (täglich 2,5 h, 120 mmHg, an Fuss und Wade) deutlich verbessert werden. Der Effekt hat noch 1 Jahr nach Beendung der 5 monatigen Behandlungsdauer angehalten. Unerwünschte Wirkungen sind während der ganzen Zeit der Untersuchung und 1 Jahr danach keine aufgetreten.

Die Behandlung der Schaufensterkrankheit mit AIK darf nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt und unter dessen engmaschiger Kontrolle durchgeführt werden.

Recovery nach dem Sport

Muskelkater nach dem Sport erschwert das Training am nächsten Tag. Hohe Laktatwerte werden als ein Faktor für die Entstehung von Muskelkater und reduzierter Leistungsfähigkeit in den Tagen nach dem Sport angesehen.

Wirkung von AIK: Wird die apparative intermittierende Kompressionstherapie direkt nach dem Sport angewendet, sinken die Blutlaktatwerte schneller(3) und die Muskeln sind weniger schmerzempfindlich(4).


Studiennachweis

  1. Letteri CJ, Eliasson AH (2009): Pneumatic compression devices are an effective therapy for restless legs syndrome: a prospective, randomized, double-blinded, sham-controlled trial. Chest. 2009 Jan;135(1):74-80. doi: 10.1378/chest.08-1665.
  2. Delis KT, Nicolaides AN (2005): Effect of intermittent pneumatic compression of foot and calf on walking distance, hemodynamics, and quality of life in patients with arterial claudication: a prospective randomized controlled study with 1-year follow-up. Ann Surg. 2005 Mar;241(3):431-41. PMCID: PMC1356981
  3. Martin JS et al. (2015): Acute Effects of Peristaltic Pneumatic Compression on Repeated Anaerobic Exercise Performance and Blood Lactate Clearance.; J Strength Cond Res. 2015 Oct;29(10):2900-6. doi: 10.1519/JSC.0000000000000928.
  4. Sands WA et al. (2015): Dynamic Compression Enhances Pressure-to-Pain Threshold in Elite Athlete Recovery: Exploratory Study.; J Strength Cond Res. 2015 May;29(5):1263-72. doi: 10.1519/JSC.0000000000000412.

AIK die etwas andere Kompressionstherapie

Kompressionsstrümpfe nach Thrombose

Die Thrombose stellt einen medizinischen Notfall dar der sofort einem Arzt vorgeführt werden muss um schwerwiegende Komplikationen wie die Lungenembolie vorzubeugen. Neben der Lungenembolie birgt die Thrombose aber noch eine weitere Komplikation, nämlich das postthrombotische Syndrom. Da es schleichend kommt und zu Beginn nur leichte Beschwerden macht, wird es von vielen Patienten nicht erkannt oder vernachlässigt. Die Nachsorge der Thrombose sollte deshalb immer Nachkontrollen beinhalten, die 6 und 12 Monate nach dem Ereignis durchgeführt und dann jährlich wiederholt werden, um Spätfolgen rechtzeitig zu erkennen.

Hier erfahren Sie wie das postthrombotische Syndrom entsteht, wie es behandelt wird und welche Strümpfe sich eignen.


Zusammenfassung

Nach einer Thrombose probiert der Körper das Blutgerinnsel (Thrombus) selbst aufzulösen, was eine Entzündung hervorruft und die Venenklappen schädigt. Wenn der Thrombus nicht ganz aufgelöst werden kann, verwächst er mit der Venenwand. Auch hier kann es zu einer Schädigung der Venenklappen kommen. Das Resultat ist in beiden Fällen ein gestörter Blutfluss. Dadurch erhöht sich der Druck im Venensystem und das postthrombotische Syndrom (PTS) wird begünstigen.

Als postthrombotisches Syndrom wird das Auftreten verschiedener Symptome nach einer Thrombose (Blutgerinnsel) bezeichnet. Die Symptome sind unter anderem:

  • Schwellungen
  • Hautverfärbungen
  • Hautverhärtungen
  • Sichtbare Venen im Fussbereich
  • weisse Narbenherde
  • Offenes Bein

Um die Symptome vorzubeugen wird die Kompressionstherapie eingesetzt. Kompressionsstrümpfe unterstützen die Venenfunktion und drängen Schwellungen zurück.

Treten bereits erste Symptome des PTS auf, müssen feste Kompressionsstrümpfe wie z.B. die Venosan 7002 oder mediven forte angewendet werden.

Die apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK) stellt eine Ergänzung zur klassischen Kompressionstherapie dar. Die Behandlung hat sich selbst in sehr schweren Fällen mit offenen Wunden als hochwirksam erwiesen.


Wie entsteht eine Thrombose?

Damit eine Thrombose entstehen kann, muss einer der drei Faktoren (Virchow-Trias) verändert sein:

  • Veränderte Gefässwand, Schädigung der Innenwand
  • Veränderte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes (Hämodynamik)
  • Erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes durch veränderte Zusammensetzung (Hyperkoagulabilität)

Veränderte Virchov-Trias

Diese drei Faktoren können durch verschiedene äussere Einflüsse oder Erkrankungen relativ schnell verändert werden, etwa beim Spitalaufenthalt, auf Reisen, in der Schwangerschaft oder auch im Alltag. Venenentzündung (Phlebitis), Verletzungen, Medikamenteneinnahme, Rauchen, langes Sitzen oder Liegen (z.B. im Flugzeug, bei Krankheit), Krampfadern, zu wenig trinken oder eine erblich bedingte erhöhte Gerinnungsneigung sind nur einige Umstände die die Entstehung einer Thrombose begünstigen.

Häufig sind die tiefen Beinvenen betroffen

Am häufigsten entstehen Thrombosen in den tiefen Beinvenen. An der verletzten Gefässwand beginnt das Blut zu gerinnen. Durch die erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes wird die Gerinnung nicht gestoppt, sobald die Verletzung abgedeckt ist, sondern geht immer weiter, bis sich ein grosser Klumpen geronnenes Blut (Thrombus) gebildet hat. Dieser verstopft das Blutgefäss und kann sich in extremen Fällen vom Fuss bis ins Becken erstrecken (Mehretagenthrombose).

Symptome

Eine Thrombose zu erkennen ist für Patient und Arzt nicht immer einfach. Rötung, Wärme, Schwellungen und Schmerzen am Bein können auf eine Beinvenenthrombose hinweisen. Weiter können Schmerzen beim Druck auf die Fusssohle auftreten, Fieber, kalter Schweiss und Spannungsschmerzen im betroffenen Bein. Viele Patienten bemerken die Thrombose aber gar nicht, oder nehmen nur einen leichten muskelkaterartigen Schmerz wahr. Das ist der Grund dafür, dass viele Thrombosen unbehandelt bleiben.

Schädigung der Gefässe

Die Venen sind mehrschichtig aufgebaute Gefässe. Die Innenwand (Endothel) weist in den meisten Venen in regelmässigen Abständen eine starke Faltenbildung auf. Diese segelartigen, halbrunden Klappen sorgen dafür, dass venöses Blut nur in Richtung Herzen fliessen kann. Bei einer Thrombose werden Innenwand und Klappen oft geschädigt.

Selbstheilung mit Folgen

Der Körper probiert den Thrombus in der Regel selbst aufzulösen und das Gefäss so wieder durchgängig zu machen. Dadurch kommt es allerdings zu einer Entzündungsreaktion der Gefässwand. Weiter kann der Thrombus in den seltensten Fällen ganz aufgelöst werden. Die verbleibenden Teile des Gerinnsels verwachsen mit der Gefässwand.

In beiden Fällen kommt es zu einer Schädigung der filigranen Venenklappen. Das Blut wird nicht mehr am Rückfluss gehindert, was die Wadenpumpe unwirksam macht. Anders als bei gesunden Venen führt Bewegung bei geschädigten Venenklappen nicht mehr zu einem „Auspressen“ und damit einer Druckverminderung in den Gefässen (ambulatorische venöse Hypertonie). Auch die verbleibende Durchflussbehinderung kann zu einer Druckerhöhung in den umliegenden Gefässen führen. Unabhängig von der Ursache für die Druckerhöhung, führt sie zur Entstehung des postthrombotischen Syndroms.

Das postthrombotische Syndrom

Die oben beschriebenen Mechanismen führen zu einer Vielzahl von Symptomen, die wegen ihrer gemeinsamen Ursache als postthrombotisches Syndrom (PTS) bezeichnet werden. Die Einteilung des PTS erfolgt in der Regel in vier Stadien (nach Hach).

  • Stadium I: Schwellungsneigung
  • Stadium II: Veränderung des Unterhautgewebes
  • Stadium III: Veränderungen der Haut, Unterhaut und der Faszien
  • Stadium IV: Zusätzlich zu den Hautveränderungen kommt es zu chronischen offenen Wunden (Ulcus cruris venosum, „offenes Bein“) die nicht mehr spontan abheilen.

Unabhängig vom Stadium können Spannungsgefühle bis hin zu Schmerzen, veränderte Pigmentierung, gut sichtbare Venen im Fussbereich (Corona plebectatica), Schwellungen (Ödem) und Narbenherde (Atrophie blanche) auftreten.

Die ersten Symptome des postthrombotischen Syndroms treten bereits in den ersten Wochen bis Monaten nach der Thrombose auf, weshalb eine frühzeitige Untersuchung sinnvoll ist.

Therapie

Nach einer Thrombose wird das Bein standardmässig mit Kompression behandelt. Kompressionsstrümpfe versorgen das Bein während dem ganzen Tag mit einem wirkungsvollen Druck, der die Venenfunktion unterstützt und Schwellungen vorbeugt. Rechtzeitig begonnen und durchgeführt, kann die Kompressionstherapie helfen Hautveränderungen und offene Wunden vorzubeugen. Voraussetzung ist die Anwendung von geeigneten Kompressionsstrümpfen.

Die geeigneten Strümpfe

Kompressionsstrümpfe unterscheiden sich nach verschiedenen Merkmalen. Die Kompressionsklasse gibt an, wie hoch der Druck an der Fessel ist. Nach einer Thrombose wird eine Kompressionsklasse II, manchmal auch III benötigt. Weiter kann zwischen Strumpfhosen, Knie- und Schenkelstrümpfen gewählt werden. Je nach Lokalisation der vorangegangenen Thrombose wird ein anderes Modell benötigt. In der Regel wird ein Strumpf empfohlen, der den gesamten von der Thrombose betroffenen Beriech behandelt. Weiteres Unterscheidungskriterium ist die Stiffness (Festigkeit), der bei der Wahl des Strumpfs oft viel zu wenig Beachtung zugemessen wird, obwohl sie für den Therapieerfolg entscheidend ist.

Vorbeugend

Ist eine kleinere, regional begrenzte Thrombose aufgetreten und die Durchlässigkeit der Gefässe nach kurzer Zeit wieder recht gut hergestellt (muss durch den Arzt beurteilt werden), können feine, hochelastische Kompressionsstrümpfe zur Prophylaxe getragen werden. Sie unterstützen die Venenfunktion und helfen die Entstehung des postthrombotischen Syndroms vorzubeugen. Sehr komfortabel sind beispielsweise die Strümpfe Venosan 4002, Sigvaris Magic, mediven elegance oder Juzo soft, für Herren mediven for men.

Bei postthrombotischem Syndrom

Sind bereits erste Zeichen eines postthrombotischen Syndroms erkennbar, ist ein hochelastischer Strumpf nicht geeignet. Er würde im geschwollenen Gewebe einschneiden und verliert gegen Abend zu sehr an Spannkraft. Hier ist ein Strumpf mit hoher Stiffness gefragt. Geeignet sind z.B. die Venosan 7002, mediven forte, Varisan Top Cotton, Sigvaris Traditional oder Juzo Dynamic.

Hohe Stiffness bei Schwellungsneigung

In sehr seltenen Fällen, bei starken Schwellungen sind flachgestrickte Kompressionsstrümpfe zu empfehlen. Sie bieten einen noch konstanteren Druck im Tagesverlauf und können Schwellungen zuverlässig verhindern. Im Konfektions- und Massgrössen erhältlich sind Venosan Perlflor und Juzo Expert.

Bei offenem Bein am besten geeignet sind Ulcus-Set’s. Sie bestehen immer aus zwei Unterstrümpfen (zum Wechseln) und einem festen Überstrumpf. So wird eine hochwirksame Therapie gewährleistet, der Strumpf ist aber gleichzeitig einfach anzuziehen und wird von der Krankenkasse zusätzlich zu den 2 Paar normalen Kompressionsstrümpfen vergütet.

Was bewirken die Strümpfe?

Kompressionsstrümpfe haben einen genormten Druck, der an der Fessel am stärksten ist und gegen oben hin abnimmt. Dadurch wird der venöse Blutfluss begünstigt. Die Versorgung des Gewebes wird verbessert und so Ablagerungen, Verhärtungen und Verfärbungen der Haut vorgebeugt. Weiter reduzieren feste Kompressionsstrümpfe Schwellungen.

AIK als Ergänzung

VASOprime AIKTrotz Kompressionstherapie mit Strümpfen leiden manche Patienten mit postthrombotischem Syndrom an Schmerzen, Schwellungen die gegen Abend zunehmen und offenen Wunden die nicht selbständig abheilen. Die apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK) hat sich hier als wirksames Mittel erwiesen. Durch eine mehrkammerige Manschette wird der Druck langsam vom Fuss zum Oberschenkel hin aufgebaut und unterstützt den Transport von venösem Blut in Richtung Herzen. Die Durchblutung wird verbessert, Schwellungen werden reduziert und die Heilungsrate von offenen Wunden stark erhöht.

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AIK die etwas andere Kompressionstherapie

Juckreiz durch Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe sind heute aus hochwertigen Materialien gefertigt und schonen die Haut. Dennoch kommt es bei manchen Strumpfträgerinnen und –Trägern gelegentlich zu Juckreiz. Wir zeigen Ihnen mögliche Gründe dafür auf und geben Ihnen Tipps, um das Problem zu beheben.

Jucken während dem Tragen

Kompressionsstrümpfe liegen eng auf der Haut. Dadurch und durch das Scheuern beim Anziehen kann die Haut belastet und ausgetrocknet werden was zu Juckreiz führt. Glücklicherweise kann das Problem mit einigen einfachen Massnahmen meist nachhaltig behoben werden.

Das hilft:

Strümpfe die nicht jucken

Welche Strümpfe nicht Jucken hängt von der Haut und den individuellen Bedürfnissen ab. In der Regel sind aber Modelle mit feinem Maschenbild (z.B. Venosan 4002, Sigvaris Magic, mediven elegance) angenehmer zu tragen und jucken weniger. Bei Personen die Kunstfasern auf der Haut schlecht vertragen, könne Modelle mit Baumwolle (z.B. Sigvaris Cotton, Venosan 7002) besser sein. Hier ist das Gestrick so gefertigt, dass die Baumwolle innen auf der Haut zu liegen kommt, während die Kunstfasern eher in der „äusseren Schicht“ des Gestricks zu finden sind.

Täglich waschen

Kompressionsstrümpfe sollten nach jedem Tragen gewaschen werden, damit die Wirksamkeit erhalten bleibt. Die gute Hygiene wirkt sich aber auch positiv auf die Hautgesundheit aus und kann Juckreiz verhindern. Die während dem Tragen ins Gestrick gelangten Hautschuppen werden bereits beim ausspülen beseitigt.

Mildes Waschmittel verwenden

Anders als andere Kleidungsstücke liegen Kompressionsstrümpfe sehr eng am Körper an. Verwenden Sie milde Waschmittel und keine Weichspüler, damit die Haut nicht belastet wird. Zudem sollte beachtet werden, dass nicht zuviel Waschmittel verwendet wird.

Anziehhilfe verwendenAnziehhilfe

Beim Hochziehen der Strümpfe werden viele Hautschuppen abgerieben, das kann zu trockener Haut führen. Anziehhilfe (z.B. Doff n’Donner) legen den Strumpf sanft ans Bein verhindern Scheuern während dem Anziehen.

Beine rasieren

Viele Damen rasieren Ihre Beine nur gelegentlich. Die Stoppeln können unter den Strümpfen aber zu Juckreiz führen. Probieren Sie am besten aus, ob sich der Juckreiz legt wenn die Beine immer gut rasiert sind.

Haftrand juckt

Schenkelstrümpfe werden in der Regel mit Haftrand getragen. Das breite Band mit Silikonbeschichtung gibt dem Strumpf sicheren Halt. Bei empfindlicher Haut und im Sommer bemerken mache Frauen aber, dass die Haut unter dem Haftrand gerötet ist und juckt.

Das hilft:

Verschiedene Haftränder

Die meisten Hersteller bieten für ihre Schenkelstrümpfe mindestens zwei verschiedene Haftränder an. Noppenhaftränder haben kleine Haftpunkte, dazwischen wird das Bein nur von einem Textilband bedeckt. Deshalb sind Noppenhaftränder hoch atmungsaktiv. Spitzenhaftränder haben häufig durchgehende Silikonstreifen, die zwar nicht atmungsaktiv sind, aber dafür kaum Abdrücke auf der Haut hinterlassen. Probieren Sie am besten verschieden Haftränder aus, um den für Sie passenden zu finden.

Verschiedene Haftränder bei Strümpfen gegen Jucken

Andere Variante

Kompressionsstrumpfhosen haben die gleiche oder eine leicht bessere Wirksamkeit wie Schenkelstrümpfe. Ausserdem gibt es Schenkelstrümpfe ohne Haftrand mit Hüftbefestigung. Wer den Haftrand gar nicht verträgt, weicht am besten auf eine dieser Varianten aus.

Juckreiz nach dem Ausziehen

Nach dem Ausziehen hinterlassen Kompressionsstrümpfe manchmal einen „geriffelten“ Abdruck auf dem Bein. Das kann zu Juckreiz führen.

Das hilft

HautpflegeHautpflege gegen Juckreiz

Pflegen Sie die Beine regelmässig mit einer Hautpflegelotion. Cremen Sie die Beine am besten am Abend nach dem Ausziehen der Strümpfe ein, um eine Beschädigung des Strumpfs zu vermeiden und den Juckreiz sofort zu lindern.

Wir sind sicher, dass Sie mit diesen Tipps den passenden Strumpf finden und ihn ohne Juckreiz tragen können.