Kompressionsstrumpf

Behandlungsmethoden bei Lymphödem

Das „dicke Bein“ oder der „dicke Arm“ sind häufig auf eine Lymphabflussstörung zurückzuführen. Das Lymphödem ist eine eiweissreiche Flüssigkeitsansammlung im Zwischenzellraum, die behandelt werden muss, um Verhärtungen des Gewebes und Folgeschäden vorzubeugen. Die Behandlung setzt sich üblicherweise aus vier Anwendungen zusammen, die regelmässig wiederholt werden und unter dem Begriff komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) bekannt sind.

Die KPE

Die KPE hat das Ziel die geschwollenen Gliedmassen möglichst von dem überschüssigen Wasser zu befreien. Die Entstauung wird durch Lymphdrainage und Bewegungsübungen erreicht. Erhalten wird der entstaute Zustand mit Kompressionsstrümpfen oder Bandagen. Regelmässige Hautpflege soll die Hautgesundheit erhalten. Die vier Säulen der KPE im Überblick:

1. Lymphdrainage: Bei der Lymphdrainage werden die Lymphangione (Lymphherzen) angeregt, damit sie sich häufiger zusammenziehen und mehr Flüssigkeit aus dem Gewebe transportieren. Bei der apparativen Lymphdrainage, auch AIK, genannt, wird die Flüssigkeit ausserdem durch den Druck der Manschette aus dem Gewebe gepresst. Dank dieser Doppelwirkung können AIK Geräte eine grössere Volumenreduktion erreichen. Ideal ist eine kombinierte Anwendung von AIK und manueller Lymphdrainage.

Neben ihrer guten Wirksamkeit können AIK Geräte mit ihrer flexiblen Anwendung überzeugen. Die Behandlung kann immer dann durchgeführt werden, wenn sie für nötig erachtet wird, auch an Wochenenden, Feiertagen oder am Abend.

Mit dem wave4 hat die Schweizer Marke VASOprime das erste AIK Gerät für den Privatgebrauch auf den Markt gebracht. Handlich kleine Abmessungen und ein moderater Preis machen die AIK jetzt für jeden Privathaushalt erschwinglich. Für die Anwendung des VASOprime wave4 sind keine medizinischen oder technischen Kenntnisse notwendig, denn die Einstellung erfolgt auf einem übersichtlichen, bebilderten Touch Screen.

2. Bewegungsübungen: In der ersten Zeit der KPE wird jeder Lymphödempatient bei einer speziellen Entstauungsgymnastik angeleitet. Später können die Übungen selbständig zu Hause durchgeführt werden.

3. Kompressionsstrümpfe/ Bandagen: Ist die Lymphdrainage abgeschlossen, muss der Arm oder das Bein umgehend mit einem lymphologischen Verband oder angepassten Kompressionsstrümpfen versorgt werden, um ein erneutes Anschwellen zu verhindern. Bei der AIK können die Strümpfe in der Regel anbehalten werden.

Welche Strümpfe angewendet werden ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Rundgestrickte Strümpfe können immer dann eingesetzt werden, wenn das Gewebe nicht zu weich ist und die Schwellungen gut kontrollierbar sind. Es ist eine feste Strumpfqualität wie z.B. Venosan 7000, Juzo Dynamic, Mediven forte oder Varisan Top zu wählen, welche flach auf der Haut aufliegt und dem Druck der Schwellung entgegenwirken kann.

Flachgestrickte Strümpfe mit Naht sind bei starken, schwer kontrollierbaren Schwellungen, sehr weichem Gewebe und ausgeprägten Körperformen die richtige Wahl. Hier ist nicht immer eine teure Massanfertigung notwendig. Juzo bietet die Expert und die Expert Cotton Linie auch als vorkonfektionierte Kniestrümpfe zu günstigem Preis an.

4. Hautpflege: Verwenden Sie eine schonende, gut pflegende Creme oder Lotion. Verzichten Sie auf Parfums und Konservierungsstoffe welche die Haut belasten.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Bis heute gilt das Lymphödem als unheilbar. Vielversprechende Versuche mit Transplantationen wecken Hoffnung, dass sich das in Zukunft ändern wird. Manche Patienten wenden ergänzend auch alternativmedizinische Behandlungsmethoden an.

Lymphknotentransplantation: Jüngste Versuche Lymphknoten zu transplantieren sind zwar geglückt, die Schwellungen und der Leidensdruck der Patienten konnte gelindert werden, ganz weg war das Lymphödem allerdings nicht. Ob eine derartige Verpflanzung in Frage kommt, muss in jedem Fall von einem spezialisierten Arzt individuell beurteilt werden.

Lymphgefässtransplantation: Das operative Verpflanzen von Lymphgefässen wird bei sekundären Lymphödemen und Genitallymphödemen bereits seit den 1980er Jahren angewendet. Viele Patienten sind mit dem Eingriff zufrieden und berichten von einer Linderung der Beschwerden.

Alternativmedizinische Anwendungen: Die Wirksamkeit von alternativmedizinischen Behandlungen bei Lymphödem konnten bis jetzt nicht nachgewiesen werden. Wird das Wohlbefinden des Patienten dadurch gesteigert, spricht aber nichts dagegen. Auf Behandlungen die Druck und Wärme auf das Gewebe ausüben oder die Haut verletzen ist aber in jedem Fall zu verzichten, da sie noch mehr Schaden anrichten können. Darunter fallen unter anderem Akupunktur, Akupressur, Schröpfen oder Behandlungen mit Blutegeln.

Massagen: Lymphdrainage und Massage sind nicht zu verwechseln. Während Lymphdrainagetherapeuten das Gewebe sehr sanft behandeln, üben gewöhnliche Massagen zu viel Druck aus und sind eher nicht für die Behandlung von Lymphödemen geeignet.

Gut versorgt nach der Venen-OP

Wie schnell man sich nach einer Krampfadern-OP wieder erholt hängt einerseits von der schwere des Eingriffs und den körpereigenen Heilungstendenzen ab. Andererseits spielt eine wirkungsvolle Nachsorge eine wichtige Rolle, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Unsere Tipps für eine schnelle Genesung.

Kompressionsstrümpfe

Strümpfe gehören zur Nachbehandlung jeder Krampfadernoperation. Der Druck des Gestricks unterstützt die Funktion der verbliebenen Venen und lindert Schmerzen. Durch den Eingriff entstandene Schwellungen und Blutergüsse, die leider unvermeidlich sind, werden in den Wochen nach der Operation reduziert. Da nach der Venen-OP viele Patienten das erste Mal mit dem Thema Kompressionsstrümpfe in Kontakt kommen, ist es von grosser Bedeutung den richtigen Strumpf zu wählen. Nur so ist gewährleistet, dass der Strumpf auch wirklich getragen wird. Darauf muss man achten:

  • Wählen Sie nach der Krampfadern-OP Strümpfe die sich einfach anziehen lassen, z.B. die Venosan 4002 oder die Sigvaris Magic.
  • Die Strümpfe sollten das gesamte operierte Gebiet abdecken. Wurde in der Kniekehle operiert, müssen mindestens Schenkelstrümpfe getragen werden. Der behandelnde Arzt wird die passenden länge verschreiben.
  • Mit der passenden Befestigung sind Kompressionsstrümpfe angenehm zu tragen. Schenkelstrümpfe nach einer Crossektomie sind eine schlechte Wahl, weil der Haftrand dann direkt über der Wunde an der Leiste zu liegen kommt. Besser sind Strumpfhosen oder allenfalls Einbeinstrümpfe mit Hüftbefestigung.

Kühlen

Kühlende Wickel wirken abschwellend und fördern den Heilungsprozess. Die speziell für die postoperative Anwendung konzipierte Veinalgic Kompressionsbandage erleichtert das Kühlen nach Venenoperationen. Eine in der Bandage eingearbeitete Tasche hält das mitgelieferte Kühlpack an der richtigen Stelle. Weiter ist im gebrauchsfertigen Set eine Schaumstoffpelotte enthalten. Sie kann zur lokalen Druckerhöhung über der Operationsstelle eingesetzt werden. Die Veinalgic Bandage ist für den Oberschenkel und die Wade erhältlich.

Bewegung

Grundsätzlich ist regelmässige, leichte Bewegung bereits einige Tage nach der Operation erlaubt und sogar wünschenswert. Spazieren oder Schwimmen Sie regelmässig, um den venösen Rückfluss anzuregen. Auf anstrengende Sportarten sollte noch währen 4-6 Wochen verzichtet werden. Auch schweres Heben ist in dieser Zeit nicht erlaubt.

Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen mitteilen, ob und wie Sie sich nach der Venenoperation bewegen dürfen. Halten Sie sich unbedingt an diese Anweisungen.

Das postthrombotische Syndrom

Thrombosen werden gefürchtet. Besonders bei langem Stillsitzen, in der Schwangerschaft oder nach Operationen können sie auftreten. Mit Kompressionsstrümpfen können Thrombosen wirkungsvoll vorgebeugt werden. Aber nicht immer denkt man an die Prophylaxe, oder bei Risikopatienten sind die ergriffenen Massnahmen nicht ausreichend, eine Thrombose entsteht. Ein oder mehrere Blutgerinnsel verschliessen dem venösen Blut den Weg zurück zum Herzen. Jetzt ist schnelles Handeln angesagt um schwerwiegende Komplikationen zu verhindern. Hat sich die Situation stabilisiert darf aufgeatmet werden, die Gefahr für eine Lungenembolie ist gebannt. Trotzdem kann die Therapie jetzt nicht einfach abgebrochen werden.

Ob die blutverdünnenden Medikamente abgesetzt werden können oder nicht entscheidet der Arzt anhand verschiedener Faktoren. Die Kompressionsstrümpfe sollten nach einer Thrombose aber in jedem Fall konsequent weitergetragen werden.

Durch die Thrombose wurden die Venen und Venenklappen nachhaltig geschädigt. Der Druck in den Gefässen ist deshalb konstant erhöht, das Blut staut sich. Werden weiterhin Kompressionsstrümpfe getragen, kann man die Venen unterstützen, es kommt nur in etwa 20% der Fälle zu einem postthrombotischen Syndrom (PTS). Bleiben die Beine unbehandelt entwickeln ca. 60% der Patienten ein PTS.

Symptome des postthrombotischen Syndroms

Schwere Beine und Spannungsgefühle sind oft die ersten Anzeichen eines postthrombotischen Syndroms. Später kommen Schwellungen, Hautveränderungen und Hautverfärbungen hinzu. Im schlimmsten Fall, wenn alle Symptome missachtet werden und das Bein unbehandelt bleibt kann es zu offenen Wunden kommen die nicht mehr selber abheilen (offenes Bein/ Ulcus cruris venosum). Lesen Sie hierzu unseren Bericht „Kompressionsstrümpfe bei Ulcus„.

Kompressionstherapie bremst den Verlauf

Grundsätzlich sollte ein Bein jährlich nachuntersucht werden, wenn einmal eine Thrombose aufgetreten ist. Der Arzt kann erste Symptome des PTS früh feststellen und die geeignete Therapie anordnen. Wer noch keine Kompressionsstrümpfe trägt bekommt spätestens jetzt welche verschrieben, denn die Kompressionstherapie ist der Grundpfeiler in der Behandlung von venösen Erkrankungen. Weitere Massnahmen um das Fortschreiten des PTS zu bremsen sind:

  • Regelmässige Bewegung um die Muskelpumpe zu aktivieren
  • Sitzen und Stehen möglichst vermeiden
  • ergänzende Behandlung mit apparativer intermittierender Kompression (VASOprime)
  • evtl. Venenoperation um erkrankte Gefässe auszuschalten
  • Gewichtsreduktion falls der Patient übergewichtig ist
  • Gesunder Lebensstil, Rauchen reduzieren oder aufgeben

VASOprime wave 4 AIK-Gerät


Kompressionsstrümpfe nach Thrombose

Venosan Kompressionsstrümpfe – Made in Switzerland

Kompressionsstrümpfe sind hochentwickelte, medizinische Hilfsmittel, die mit grösster Präzision hergestellt werden müssen. Die von den Schweizer Kunden gewünschte Qualität kann nur durch eine Produktion in der Schweiz erreicht werden. Venosan Kompressionsstrümpfe werden deshalb im zürcherischen Wald hergestellt und das vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt.

Venosan Kompressionsstrümpfe

Vom Garn bis zur Qualitätskontrolle

Kompressionsstrümpfe werden aus umwundenen Garnen gefertigt. Das Umwinden, also das Einwickeln eines elastischen Fadens mit zwei unelastischen Fasern ist äusserst anspruchsvoll. Wenn hier Fehler passieren, wird später bei der Herstellung die Strickmaschine angehalten oder ein Strumpf mit Strickfehlern produziert. Deshalb werden die Garne für die Venosan Kompressionsstrümpfe alle in der Schweiz umwunden, direkt neben der Strickerei.

Kompressionsstrumpf in einer Rundstrick-Maschine
So wird ein rundgestrickter Kompressionsstrumpf hergestellt.
Nähen eines Kompressionsstrumpfs
Zahlreiche Arbeitsschritte erfolgen nach wie vor von Hand.

In der Strickerei läuft vieles vollautomatisch ab. Sind die Strickmaschinen richtig programmiert und eingefädelt, werfen sie alle paar Minuten einen Kompressionsstrumpf aus. Zwar prüfen Sensoren, ob der Faden keinen Fehler hat, Fehler im Gestrick können aber nur durch das geschulte Auge einer Mitarbeiterin entdeckt werden.

Der nächste Produktionsschritt erfordert viel Handarbeit. Innert Sekunden nähen die langjährigen Mitarbeiterinnen des Betriebs die Fussspitzen der Strümpfe zu, bringen Haftbänder an und machen aus zwei Hosenbeinen eine passgenaue Strumpfhose. Jeder Arbeitsschritt wird elektronisch erfasst und der am Fuss eingestrickten Seriennummer des Strumpfs zugeordnet. Das garantiert grösste Sicherheit und Nachvollziehbarkeit der Produktion. Auch Verwechslungen bei den über 100 Massstrümpfen pro Tag werden so ausgeschlossen.

Schliesslich werden die Strümpfe ein letztes Mal von einer Mitarbeiterin angeschaut und als Paare auf einen Karton aufgewickelt.

Zahlreiche Druckmessungen an den Prototypen vor der Serienproduktion und regelmässige Stichprobenkontrollen im hauseigenen Labor garantieren beste Qualität und Wirksamkeit der Venosan Strümpfe.

Venosan Kompressionsstrumpf
Das Resultat lässt sich sehen (und spüren!)
Venosan Kompressionsstrumpf
Guter Tragekomfort, schöne Optik und top Wirkung

Interessantes Sortiment mit Spezialitäten

Da Venosan seine Garne selbst umwindet, finden sich im Sortiment zahlreiche Spezialitäten mit einzigartigen Eigenschaften. Egal, ob Sie einen extra-weichen Strumpf mit leichtem Tragekomfort suchen, oder einen robusten mit höchster Wirkung vorziehen, Venosan bietet das passende Modell.

Antibakteriell: Die Venosan 5000 sind mit Silber ausgestattet, welches das Bakterienwachstum hemmt. Silberionen im Gestrick des Venosan 7000 verhindern zusätzlich das Wachstum von Pilzen auf der Haut.

Hautfreundlich: Alle Venosan Strümpfe sind angenehm zu tragen. Spezielle SeaCell active Algenfasern in den Venosan 7000 schützen und pflegen die Haut aber aktiv. Der Strumpf kann sogar von Personen mit Neurodermitis getragen werden.

Natürlich: Viele Personen tragen am liebsten Baumwolle auf der Haut. Die Venosan 3000, 5000 und 7000 sind deshalb mit Baumwolle gefertigt.

Trocken: Das bei allen Venosan Strümpfen verwendete Tactel leitet Feuchtigkeit von der Haut weg. Besonders gut zu spüren ist dieser Effekt bei den Venosan 4000.

Die hochwertigen Kompressionsstrümpfe von Venosan gibt’s im führenden Schweizer Onlineshop kompressionsstruempfe.ch.

Stützstrümpfe oder Kompressionsstrümpfe?

Gibt es einen Unterschied zwischen Stütz- und Kompressionsstrümpfen? Welche Strümpfe brauche ich? Werden die Stützstrümpfe massgefertigt? Diese und viele weitere Fragen rund um medizinische Strümpfe werden hier beantwortet.

Stütz- oder Kompressionsstrumpf?

Die Begriffe Stütz- und Kompressionsstrümpfe werden oft gleichbedeutend verwendet. Nicht selten kennen sogar medizinische Fachpersonen den Unterschied nicht und sprechen stets von Stützstrümpfen. Dabei gibt es bedeutende Unterschiede.

Stützstrümpfe haben eine leichte Kompression und unterstützen das Venensystem damit nur gering. Sie werden vor allem zur Vorbeugung getragen und können bei gesunden Venen Beschwerden verhindern. Wer zum Beispiel an einer Messe oder Feier lange stehen muss, hat danach müde, schwere Beine. Mit Stützstrümpfen kann diesen funktionellen Beschwerden effektiv entgegengewirkt werden. Stützstrümpfe können aus unterschiedlichem Material gefertigt sein. Für Damen gibt es sogar Varianten in transparenter Feinstrumpf-Qualität. Für Herren werden blickdichte Strümpfe, oft mit Rippmuster angeboten.

Kompressionsstrümpfe sind medizinisch wirksame Hilfsmittel bei Venenerkrankungen oder lymphatischen Schwellungen. Sie unterstützen den venösen Blutfluss in Richtung Herzen gezielt. Diese Wirkung wird durch einen kontrollierten Druckverlauf erreicht, der an der Fessel sein Maximum hat und zum Oberschenkel hin auf ca. 40% abnimmt. Anhand des Fesseldrucks werden die Strümpfe in Kompressionsklassen unterteilt. Die Kompressionsklassen sind genormt.

Kompressionsklasse 1

18-21 mmHg: Die leichteste Kompressionsklasse wird zur Vorbeugung von Beschwerden, bei Schweregefühlen oder zur Prophylaxe in der Schwangerschaft (wenn keine Krampfadern vorliegen) eingesetzt.

Kompressionsklasse 2

23-32mmHg: Die am häufigsten verschriebene Kompressionsklasse wird bei Krampfadern, in der Schwangerschaft, nach Venenoperationen, bei chronischer venöser Insuffizienz (CVI), bei Thrombosen und abgeheilten Beingeschwüren getragen.

Kompressionsklasse 3

34-46 mmHg: Der relativ feste Druck der Kompressionsklasse 3 wird nur in Ausnahmefällen benötigt. Ausgeprägte Lymphödeme, Lipödeme oder das offene Bein (Ulcus cruris venosum) sind die Indikationen für einen derartigen Strumpf.

Grössensysteme

Stütz- und Kompressionsstrümpfe unterscheiden sich auch in der Art der Grössenbestimmung. Bei den Stützstrümpfen wird die Grösse anhand von Gewicht, Körpergrösse und/oder Schuhgrösse bestimmt. Da diese Methode relativ ungenau ist, haben Stützstrümpfe auch keinen garantierten Druckverlauf.

Anders ist es bei den Kompressionsstrümpfen. Die Grösse wird durch Messen der verschiedenen Beinumfänge bestimmt. Dadurch wird garantiert, dass der Strumpf perfekt ans Bein passt und der Druck gegen oben hin kontinuierlich abnimmt. Das Messen ist relativ einfach und kann problemlos zu Hause selbstständig durchgeführt werden.

Massanfertigungen

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Kompressionsstrümpfe immer massgefertigt werden. Die allermeisten Beinformen können mit vorkonfektionierten Stümpfen „ab der Stange“ behandelt werden. Das Messen der Beinumfänge ist dennoch unerlässlich, um die passende Konfektionsgrösse zu ermitteln.

Nur in seltenen Fällen, z.B. bei sehr starken Schwellungen oder untypischen Beinformen, ist eine Massanfertigung nötig. Deren Preis beläuft sich schnell auf ein paar Hundert Franken. Deshalb wird wenn immer möglich versucht einen vorkonfektionierten Strumpf abzugeben.

Vergütung durch die Krankenkasse

Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 und 3 werden von der Krankenkasse vergütet, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Die Grundversicherung erstattet einen von der MiGeL Liste vorgegebenen Betrag für maximal 2 Paar Kompressionsstrümpfe pro Jahr. Strümpfe der Kompressionsklasse 1 und Stützstrümpfe werden von der Krankenkasse nicht vergütet.