Wie die Bezeichnung Kompressionsstrumpf schon sagt, wird eine gewünschte Wirkung mittels Kompression erreicht. Der dabei gewählte Druck ist massgeblich von der Diagnose und Gesamtsituation abhängig. Insgesamt sind Kompressionsstrümpfe in vier unterschiedliche Kompressionsklassen erhältlich, KKL. I-IV. Der Druckverlauf wird mit dem RAL-Gütezeichen standardisiert. Stützstrümpfe werden auch in Klassen geteilt, die sogenannten Stützklassen. Auf Grund der fehlenden Richtlinien haben Stützstrümpfe im medizinischen Bereich wenig Bedeutung. Für eine prophylaktische Anwendung sind Stützstrümpfe aber durchaus gerechtfertigt.
Kompressionsklasse I, die Leichte
Kompressionsstrümpfe der KKL. 1 üben einen niedrigen Druck auf das Bein aus. Sie werden oft als leichte Kompressionsstrümpfe bezeichnet. Der Druck an der Fessel (cB) beträgt standardisierte 18-21mm Quecksilber und nimmt gegen oben hin kontinuierlich ab. Die Kompressionssklasse I hat keine therapeutische Bedeutung und wird ausschliesslich für eine bewusste Prophylaxe eingesetzt. Funktionelle Beschwerden wie Schweregefühl oder müde Beine können gelindert werden, solange noch keine massiven Krampfadern vorliegen. Auch für die Prophylaxe der Schwangerschaftsvarikose machen KKL. I Strümpfe Sinn, treten zusätzlich Schwellungen auf, soll eine höhere Kompressionsklasse gewählt werden.
Weiter werden die Strümpfe zur Sicherung des Therapieerfolgs nach Sklerosierung (Verödung) eingesetzt. Die postoperative Behandlung nach der Krampfadern-OP sollte mit Klasse II Strümpfe erfolgen. Es ist jedoch besser eine Klasse niedriger zu wählen, als ganz auf die Strümpfe zu verzichten, z.B. im Sommer.
KKL. 2, die Häufigste
Die Kompressionsklasse zwei ist die am meisten verwendete Klasse. Mit einem Fesseldruck von 23 bis 32 mm Quecksilber spricht man schon von einem schweren Kompressionsstrumpf. Die Fadenqualität wird fester, ebenso die Steifigkeit. Diese Strümpfe haben ein sehr breites Einsatzspektrum: Intensive Prophylaxe, Schwellungsreduktion, Behandlung von Krampfadern und Thrombose sind nur einige Beispiele. Auch in der Schwangerschaft finden Kompressionsklasse II Strümpfe viele Anhänger.
KKL. 3, für spezielle Indikationen
Die KKL. 3 bietet mit über 36mm Quecksilber eine sehr hohe Kompression. Die Klasse wird nur für spezielle Indikationen verschrieben. Dazu gehört z.B. das Lymphödem. Auch für die Therapie des offenen Beins kann ein KKL. 3 Kompressionsstrumpf eingesetzt werden, solange die arterielle Durchblutung sichergestellt ist.
KKL. 4
Kompressionsstrümpfe mit über 49mm Quecksilber haben so gut wie keine Anwendung. Die Strümpfe werden nur auf Anfrage und nach Mass hergestellt. Ein Kompressionsstrumpf der Klasse IV kann nicht selber angezogen werden!
Kompressionsstrümpfe üben Gegendruck auf das betroffene Beine aus, um das erkrankte Gefässsystem zu entlasten. Der dabei ausgeübte Druck nimmt vom Knie gegen den Fuss analog dem interstitiellen Druck zu. Die Kompressionsstärke des Strumpfes ist je nach Krankheitsgrad des Betroffenen anzupassen und wird in die Kompressionsklassen eins bis vier eingeteilt. Die Kompressionsklasse I ist die niedrigste
Kompressionsstrümpfe und Kurzzugbandagen dienen als Gegenpol für Muskelbewegungen, vergleichbar mit einer Muskelfaszie. Die Auswirkung auf den Blutfluss erscheint allerdings einzig gewährleistet, wenn der Patient die Waden ausreichend Bewegen kann. Menschen, welche an das Bett gebunden sind, profitieren nur bedingt von einem Kompressionsstrumpf. Bei Leuten mit Verschlüssen der Arterien oder Polyneuropathie sollte eine Kompressionstherapie nur unter ärztlicher Kontrolle und Verantwortung durchgeführt werden.
Kompressionsstrümpfe sind als Unterknie-, Oberknie- und Oberschenkel-Länge, aber auch als Strumpfhose für Männer und Frauen erhältlich. Je nach Beschwerdebild und Vorlieben wird die Strumpfvariante gewählt. Klar ist, je höher der Strumpf reicht, desto grösser die Wirkung. Kurze Wadenstrümpfe können gut im Sommer getragen werden.
Wegen der starken Rückstellkraft sind Kompressionsstrümpfe kraftaufwändiger anzuziehen als konventionelle Strümpfe. Mit Gummihandschuhen an den Händen vermeidet man Schäden am Strumpf durch die Fingernägel und hat einen weitaus satteren Griff. Am besten werden die Füsse vor dem Tragen gepudert, natürlich vorher Waschen und sauber trocknen. Zur Nacht kehrt eine Menge Wasser aus den Beinen zurück, deshalb sind diese am Morgen weniger angeschwollen und das Anziehen geht leichter. Bei den meisten Varianten gibt es Hilfen, über die der Kompressionsstrumpf einfacher angezogen werden kann, die Anziehhilfe oder Strumpfbutler.